ZKFL

Studium generale im Sommersemester 2018

Marx: 1848 /2018

Politische Krisen, ökonomische Armut und Hunger waren Vorboten für die Revolutionen 1848 in vielen Ländern Europas, so auch in England, Frankreich und in Deutschland: Eine Art europäischer Frühling fand statt, "ein Gespenst ging um in Europa", wie Karl Marx und Friedrich Engels im kommunistischen Manifest formuliert haben, in dem der Klassenkampf und die internationale Solidarität des Proletariats als Grundlage zur Überwindung des Kapitalismus beschworen werden. Nach dem Zerfall der Sowjetunion und der Auflösung der DDR in der Bundesrepublik schienen Marx und die Grundpositionen des Marxismus ausgesorgt zu haben. Doch wenige Jahre später (und nicht erst seit der Finanzkrise 2008/09) erlebte die Kapitalismuskritik eine Renaissance. Marx wurde wieder zu einem der wichtigsten Bezugspunkte für ökonomische, philosophische und gesellschaftspolitische Debatten – sei es in kritischer Abgrenzung oder in positiver Bezugnahme. Gestern noch scheinbar veraltete Begriffe wie "Arbeit", "Klassenkampf" oder "Ideologie" werden heute im Rahmen von feministischen, postkolonialen und globalisierungskritischen Politikentwürfen neu interpretiert: Welche Impulse geben Marx' Werke für die gesellschaftspolitischen, wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen von heute und morgen? Dieser Frage widmet sich das Studium generale in diesem Semester in vier Vorträgen.

Donnerstag, 12. April 2018
PD Dr. Falko Schmieder (Berlin): Der Revolutionsbegriff bei Karl Marx und seine Bedeutungen heute

TERMIN VERSCHOBEN AUF: Donnerstag, 21. Juni 2018
Prof. Dr. em. Birgit Mahnkopf (Berlin): Karl Marx und die ökologische Kritik. Das Problem der Naturzerstörung als Grenze des Kapitalismus

Donnerstag, 14. Juni 2018
Prof. Dr. em. Frigga Haug (Stuttgart): Marx' Feuerbachthesen und der Feminismus

Donnerstag, 28. Juni 2018
Prof. Dr. Regina Kreide (Giessen): Marxismus und Demokratie: Ein Widerspruch?

Vorträge jeweils um 19.00 Uhr im Audimax (AM1) auf dem Campus der Universität zu Lübeck, außer am 12. April im AM3. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Leitung: Prof. Dr. Cornelius Borck, Prof. Dr. Christoph Rehmann-Sutter, Prof. Dr. Christina Schües, Dr. Birgit Stammberger

 

Studium generale im Wintersemester 2017/18

Kollaps des Öffentlichen?

Social-Media-Kanäle und neue Kommunikationstechnologien lassen die vertrauten gesellschaftlichen und politischen Ordnungskategorien verschwimmen: Das Private wird öffentlich, das Öffentliche wird privat. Die Tatsache wird zur Meinung, die Meinung zum alternativen Fakt. Handlungs- und Normbereiche unterliegen einem Wandel, Verhaltensweisen ändern sich, Politik tritt in neuem Gewand auf. Talkshows, Twitter, Selfie-Stick befeuern die Medialisierung des Privaten in einem Kampf um Sichtbarkeit. Eine wirtschaftliche und staatliche Big Data-Sammelwut durchdringt unsere Lebensbereiche, die zu schützen vielleicht viele Menschen gar nicht mehr beanspruchen.

Das Öffentliche, traditionell Schauplatz von demokratischer Politik und gesellschaftlicher Ordnung, wird zur Arena von unterschiedlichen Spielarten des Populismus, von Selbstinszenierung und Wut. Erregungswellen, pöbelnde Twitter-Nachrichten und Fake News verdunkeln das Licht der Öffentlichkeit und ersetzen die politische Auseinandersetzung. Demokratie braucht die Öffentlichkeit und die Partizipation der Bürger*innen. Eine Politik - so bereits Sokrates - ist ihrer nur würdig, wenn sie wahrhaft öffentlich ist. Die Vorträge des diesjährigen Studium generale möchten der Frage nach dem Verbleib der politischen Öffentlichkeit nachgehen.

Verantwortlich: Prof. Dr. Christina Schües, Prof. Dr. Christoph Rehmann-Sutter

2.11.2017, 19.15 Uhr • Audimax
Prof. Dr. Roberto Nigro (Lüneburg)
Die Erfindung des Gemeinsamen: zur Kritik des Privaten und des Öffentlichen

14.12.2017, 19.15 Uhr • Audimax
Ruth Heß (Hannover)
Neu umkämpfte Öffentlichkeiten in der Geschlechterpolitik. Von ,Gender-Wahn', ‚Frühsexualisierung' und ‚Homo-Lobby'


25.1.2018, 19.15 Uhr • IMGWF/Königstraße 42
Prof. Dr. Emmanuel Alloa
(St. Gallen)
Wachablösung. Wenn Transparenz Öffentlichkeit ersetzt
(mit anschließendem Mediengespräch)

1.2.2018, 19.15 Uhr • Audimax
Prof. Dr. Simone Dietz
(Düsseldorf)
Wie echt ist Öffentlichkeit?



Ringvorlesung "Weltanschauung"

Ringvorlesung der Lübecker Hochschulen im Sommersemester 2017 in St. Petri

Das Wissen wächst. Rasant ergründet die Forschung immer mehr Aspekte unseres Leben und unserer Welt. Und jede neue Erkenntnis einer Fachdisziplin zieht neue Fragen nach sich.

Die Universität zu Lübeck, die Fachhochschule und die Musikhochschule Lübeck und das St. Petri Kuratorium starten im Sommersemester 2017 ein so noch nie dagewesenes Wissens- und Bildungsexperiment: eine interakademische Ringvorlesung, in der Lübecker Natur- und Kulturwissenschaftler, Mediziner und Ingenieure nach den Zusammenhängen unseres Wissens fragen - nach Bedeutung, Sinn und Orientierung, eben: nach der "Weltanschauung". Sieben Abende Forschung, Lehre und öffentliche Debatte in St. Petri, dem "siebenten Turm der Wissenschaft". Unter dem Zeichen der "Eule der Minerva", dem Wappenvogel der Weisheit.

Als Gast zur Eröffnung wird der Literat Raoul Schrott über sein wissenschaftspoetisches Werk "Erste Erde Epos" berichten (20. April); zum feierlichen Abschluss spricht der junge Philosoph Markus Gabriel (13. Juli). Eine anspruchsvolle Reihe, nicht nur für Studierende und Akademiker, sondern für alle Wissbegierigen mit Lust am Denken.

20.04.2017 19.00 Uhr • St. Petri
"Weltanschauung | Forschen + Dichten"
mit Raoul Schrott ("Erste Erde Epos"), Prof. Dr. Thomas Münte, Prof. Dipl.-Ing. Frank Schwartze und Prof. Rico Gubler.

04.05.2017 19.00 Uhr • St. Petri
"Weltanschauung | Hören + Verstehen" mit Prof. Dr. Jonas Obleser, Prof. Dr.-Ing. Markus Kallinger und Prof. Dr. Jens Knigge.

18.05.2017 19.00 Uhr • St. Petri
"Weltanschauung | Denken + Digitalisieren" mit Prof. Dr. Ulrike M. Krämer, Prof. Dr. Monique Janneck und Prof. Sascha Lino Lemke.

01.06.2017 19.00 Uhr • St. Petri
"Weltanschauung | Sparen + Zahlen" mit Prof. Dr. Leef Dierks, Prof. Bernd Ruf und Prof. Dr. Jürgen Westermann.

15.06.2017 19.00 Uhr • St. Petri
"Weltanschauung | Leiden + Sterben" mit Prof. Dr. Christoph Rehmann-Sutter, Prof. Dr. Wolfgang Sandberger und Prof. Dr. Folker Spitzenberger.

29.06.2017 19.00 Uhr • St. Petri
"Weltanschauung | Senden + Empfangen" mit Prof. Dr.-Ing. Stefan Bartels-v. Mensenkampff, Prof. Dr. Christoph Flamm und Prof. Dr.-Ing. Andreas Schrader.

13.07.2017 19.00 Uhr • St. Petri
"Weltanschauung | Erkennen + Entscheiden" mit Prof. Dr. Markus Gabriel, Prof. Dr. Cornelius Borck, Prof. Dr. Henrik Botterweck und Prof. Dr. Gaja von Sychowski.

Eine Kooperation der Universität zu Lübeck, der Fachhochschule Lübeck, der Musikhochschule Lübeck und des St. Petri Kuratoriums. Eintritt frei.



Studium generale im Wintersemester 2016/17

Die Zukunft der Wissenschaft

Wir leben in einer Wissensgesellschaft – das gehört zu den Selbstverständlichkeiten der öffentlichen Diskussion. Aber was genau ist damit gesagt? Verdienen Wissenschaften im 21. Jahrhundert weiterhin umstandslos Anerkennung und können sie auf öffentliche Anerkennung selbstverständlich zählen? Vor welche Herausforderungen stellen umgekehrt die Wissenschaften die Gesellschaft und welche Angebote zur Gestaltung von Zukunft machen sie? Wissenschaft und Öffentlichkeit standen immer schon in einem engen Wechselverhältnis, aber heute zeichnen sich neue Kräfteverhältnisse und Tendenzen ab: Die Lebens-, Informations- und Technikwissenschaften reklamieren die Wirklichkeitsbeschreibung mitsamt ihrer Gestaltung für sich und lassen Geistes- und Sozialwissenschaften in die Defensive geraten; Bürgerinnen und Bürger fordern ihre Partizipation bei der Ausrichtung wissenschaftlicher Vorhaben; die Wissenschaftsförderung orientiert sich zunehmend an ökonomischer Verwertbarkeit und an die Stelle einer Freiheit von Forschung und Lehre tritt die Evaluation akademischer Produktivität nach quantifizierbaren Outputkriterien. Aber welche Formen von Wissenschaft brauchen wir für die Welt von morgen?
Das Studium Generale unternimmt im Wintersemester 2016/2017 eine Standortbestimmung von Wissenschaften und lädt ein zur Auseinandersetzung mit ihrer Zukunft.

27. Oktober 2016
Prof. Dr. Torsten Wilholt (Hannover)
Warum und in welchem Sinne sollte wissenschaftliche Forschung frei sein?

3. November 2016
Prof. Dr. Arno Bammé (Klagenfurt)
Apokalyptisches Denken im Anthropozän. Fünf Wege in die Katastrophe

8. Dezember 2016
Prof. Dr. Barbara Prainsack (London)
Citizen Science: Demokratisierung oder Ausbeutung?

2. Februar 2017       ACHTUNG: FÄLLT AUS!!!
Prof. Dr. Eva Geulen (Berlin)
Was hat der Formbegriff in der Kulturwissenschaft zu suchen?



Studium generale Sommersemester 2016

Islam in europäischer Kultur

Oft wird der Islam in Europa als fremd wahrgenommen. Europäische Kultur wäre aber ohne den Islam nicht zu dem geworden, was sie ist. Wie lassen sich die Vielfalt der Religionen Europas und die Vielfalt der muslimischen Kulturgeschichte für die öffentliche Debatte wiedergewinnen? Anstelle einer Ethik der Anerkennung gegenüber fremden Religionen dominiert oft Intoleranz. Die mediale Berichterstattung über Terror und Gewalt produziert ein einseitiges Bild des Islam, das den politischen Diskurs verhärtet und einen stigmatisierenden Effekt hat.

Die Vorträge im diesjährigen Studium generale wollen neue Perspektiven auf den Islam eröffnen: Es geht nicht nur um Klischees zum Frauenbild oder die Kopftuchthematik, sondern auch um die Rolle des Islam bei der Überlieferung antiker Wissenskulturen und
warum ein Islamprofessor gerne Muslim ist und dafür
viel von Marlon Brando gelernt hat.

Im Mittelpunkt stehen Denkräume und Vorstellungswelten, die Einseitigkeiten aufbrechen und unsere Handlungsweisen vielstimmiger machen können. Jenseits von Stereotypen will die Vortragsreihe den Islam als Kultur befragen und ihn gleichzeitig im Kontext europäischer Kulturen zu Wort kommen lassen.

Mittwoch, 27. April
Pater Richard Nennstiel, Erzbistum Hamburg
"Christlich-islamischer Dialog im Wandel von Geschichte und Politik"

Donnerstag, 26. Mai

Dr. Rifa’at Lenzin, Zürcher Lehrhaus
"Wie öffentlich darf oder soll Religion sein?"

Donnerstag, 23. Juni
Prof. Dr. Milad Karimi, Westfälische-Wilhelms-Universität Münster
"Islamisches Denken - zwischen Aristoteles und Hegel"

Donnerstag, 7. Juli

Prof. Dr. Ulrich Rebstock, Albert Ludwigs-Universität Freiburg
"Zahlenwanderungen - und wie die Christen arabisch zählen lernten"



Studium generale im Wintersemester 2015/16

Hand und Auge, Mund und Bauch. Einsatzorte der Kulturwissenschaften

Unsere Gesellschaft teilt die Welt in Natur und Kultur. Damit zerfallen auch die Wissenschaften in die Zwei Kulturen der Natur- und Geisteswissenschaften. Aber wohin gehören dann Kopf und Körper? Und welche Einsichten können die Kulturwissenschaften liefern, wenn sie die Unterteilung in Natur und Kultur in Frage stellen? Welche Perspektiven eröffnen sich, wenn der menschliche Körper, seine kulturelle Zurichtung und wissenschaftliche Erforschung in den Mittelpunkt einer kulturwissenschaftlichen Analyse gerückt wird? Was passiert, wenn diese Körper-Orte zum Einsatzort kulturwissenschaftlicher Reflexionen werden? Und was lässt sich anhand von Hand und Auge, Mund und Bauch über Kultur, Wissenschaft und Gesellschaft herausfinden?

Vier Kulturwissenschaftlerinnen und Kulturwissenschaftler gehen in diesem Wintersemester diesen Fragen nach. Seien Sie dabei, wenn Auge und Mund, Hand und Bauch zu Einsatzorten kulturwissenschaftlichen Denkens werden.

29. Oktober 2015 - BAUCH
Prof. Dr. Achatz von Müller (Leuphana Universität Lüneburg)
Ökonomie als Kultur. Wie die Kulturwissenschaft die alte Geschichte von der Revolte des Bauches gegen den Kopf neu erzählt.

3. Dezember 2015 - AUGE
Dr. Margarte Vöhringer (Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Berlin/ZfL)
Das Graefe-Museum: Briefe, Augenspiegel, Aquarelle und die Entstehung einer neuen Wahrnehmungslehre.

7. Januar 2016 - HAND
Prof. Dr. Karin Harrasser (Kunstuniversität Linz)
Angreifen. Über natürliche und künstliche Hände.

11. Februar 2016 - MUND
Prof. Dr. Hartmut Böhme (Humboldt Universität zu Berlin):
Die vergessene Kulturgeschichte des Mundraums. Über die notwendige Integration der Kulturwissenschaft in die Zahnmedizin und Sinnesphysiologie.



Studium generale im Sommersemester 2015

Sterbekulturen

Das Sterben ist diesseits des Todes. Entsprechend lebendig sind die Kulturen des Sterbens. In den Bildern vom Tod, in den Sitten des Umgangs mit Sterbenden, in den Ritualen der Trauer und in den Gebräuchen der Bestattung der Toten sowie in den Vorstellungen, die Menschen begleiten, die selbst sterben, verdichtet sich immer auch der Sinn des Lebens. In welchen Bildern wird der Tod dargestellt? Wie wird er gedacht? Ist der Tod immer der absolute Feind, oder ist er manchmal auch ein Freund? Die Vortragsreihe möchte Hintergründe der Sterbehilfedebatte erschließen, die Tiefenstrukturen erkennbar machen, in denen die ethischen Argumente gründen.

Die Kunsthistorikerin Stefanie Knöll (Düsseldorf) erklärt die Bedeutung des berühmten Totentanzes in der Lübecker Marienkirche aus dem Jahr 1463; die Bildwissenschaftlerin Kristin Marek (Karlsruhe) zeigt, wie der Tod vielfältig medial sichtbar gemacht wird; die Ethnologin Elisabeth Schömbucher-Kusterer (Würzburg) berichtet aus ihren Forschungen über für uns fremde Sterbekulturen in Indien; schließlich erzählt die Philosophin Theda Rehbock (Dresden), wie die Philosophie den Tod und das Sterben betrachtet.

21. Mai 2015
Dr. Stefanie Knöll
Tradition und Innovation. Zur Rezeption des Lübecker Totentanzes in Malerei und Graphik
Aufgrund des Bahnstreiks musste der Vortrag leider ausfallen.
Nachholtermin ist der 16. Juli 2015 (19.15 Uhr).


28. Mai 2015
Dr. Kristin Marek
"Every day above ground is a good one". Der Leichnam in Bildern

11. Juni 2015

Prof. Dr. Elisabeth Schömbucher-Kusterer
Der gute und der schlechte Tod. Sterbekulturen im hinduistischen Indien

2. Juli 2015
Prof. Dr. Theda Rehbock
Der Tod und das Sterben, philosophisch betrachtet



Studium generale im Wintersemester 2014/15

Festwoche zum Jubiläum. 50 Jahre Universität zu Lübeck - Studium generale kompakt

Die Universität begeht im Wintersemester ihren 50. Geburtstag. Das nehmen wir zum Anlass, die Universität, ihre Geschichte und das Jubiläum ins Zentrum einer Festwoche zu stellen. Zwischen dem Festakt in St. Petri am Montag und dem großen Ball in der MuK am Samstag findet von Dienstag bis Freitag jeweils ein besonderer Abend der Universität in der Altstadt, im IMGWF in der Königstraße statt.

Den Auftakt machen der scheidende Präsident Prof. Peter Dominiak und die Medizinstudentin Pia Stüssel, die zugleich Pianistin ist; sie verdichten Musik und Literatur zu einem Abend mit E.T.A. Hoffmann, Schumann und Beethoven. Der Mittwochabend gehört der Universität, ihrer Geschichte und der Forschung. Wir stellen Objekte der Forschung vor und die Festschrift zum Jubiläum. Der Donnerstagabend, der von den Stipendiaten des ZKFL moderiert wird, widmet sich der akademischen Karriere. Dazu referiert der Bildungsexperte Prof. Reinhard Kreckel über die deutsche Promotion im internationalen Vergleich. Zum Abschluss befassen wir uns mit der Frage, wie Medizin heute unsere Kultur prägt. Cornelius Borck und Christoph Rehmann-Sutter befragen den langjährigen Leiter des Instituts in der Königstraße, Prof. Dietrich v. Engelhardt.

Dienstag, 4. November, 19.00 Uhr
Kreisleriana
Ein Abend mit Musik von Schumann und Beethoven und Texten von E.T.A. Hoffmann Prof. Dr. Peter Dominiak (Lesung) und cand. med. Pia Stüssel (Klavier)

Mittwoch, 5. November, 20.30 Uhr
Objekte erzählen aus der Forschung
Lübecker Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stellen ihre Arbeit vor und Präsentation des Jubiläumsbandes 50 Jahre im Fokus das Leben

Donnerstag, 6. November, 19.00 Uhr
Mit der Promotion zur akademischen Karriere?
Ein Abend moderiert von den Stipendiaten des ZKFL mit einem Vortrag von Prof. Dr. Reinhard Kreckel (Halle): „Wandel der Promotionskulturen: Deutschland im Vergleich zu Frankreich, England und den USA“

Freitag, 7. November, 19.00 Uhr
Medizin und Kultur
Prof. Dr. Dietrich von Engelhardt im Gespräch mit Christoph Rehmann-Sutter und Cornelius Borck



Studium generale im Sommersemester 2014

Im Focus das Leben

Vor fünfzig Jahren entstand in Lübeck eine kleine medizinische Hochschule, die sich inzwischen zu einer Universität mit einem klaren Forschungs- und Lehrprofil im Bereich der Lebens- und Informationswissenschaften entwickelt hat. „Im Focus das Leben“ lautet deshalb auch das Motto unserer Universität. Im Jubiläumsjahr 2014 wollen wir dieses Motto zum Thema des Studium generale unserer Universität nehmen und Experten aus vier fundamentalen Aussagebereiche zum Leben um Ihre Positionen bitten: Was ist Leben? – die Sicht der Biologie, Was ist das gute Leben? – die Sicht der Philosophie, Was ist das wahre Leben? – die Sicht der Theologie und Was ist gesundes Leben? – die Sicht der Medizin.

24. April 2014
Dr. Georg Toepfer
Was ist Leben? – die Sicht der Biologie

5. Juni 2014
Prof. Dr. Ursula Wolf, Universität Mannheim
Was ist das gute Leben? – die Sicht der Philosophie

19. Juni 2014
OKR Dr. Petra Bahr, Kulturbeauftragte der EKD
Was ist das wahre Leben? – die Sicht der Theologie

10. Juli 2014
Prof. Dr. Johannes Siegrist, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Was ist gesundes Leben? – die Sicht der Medizin



Studium generale im Wintersemester 2013/14

Glauben / Wissen / Forschen

Forschung gilt als der sichere Weg, um vom bloßen Glauben zum festen Wissen zu kommen. Glauben hingegen ist bestenfalls Privatsache, schlimmstenfalls bedrohlicher Fundamentalismus, der seinerseits mit wahrhaft religiösem Eifer im Namen der Aufklärung bekämpft werden muss, damit das Licht der Wahrheit überall leuchtet. Aber nur auf den ersten Blick verhält sich die Sache so einfach, denn ausgerechnet im Bereich der Wissenschaft steht alles Wissen grundsätzlich zur Disposition, kann schon morgen von anderen Fakten oder im Rahmen einer neuen Theorie über den Haufen geworfen werden. Außerdem hat sich längst herumgesprochen, dass wissenschaftliche Fakten immer nur im Lichte bestimmter Leitvorstellungen und Paradigmen Gültigkeit beanspruchen können, die von ihren Anhängern wie Glaubenssätze verteidigt werden. Kurzum, das Dreieck von Religion, Kultur und Wissenschaft spannt ein problematisches Feld auf, das wir unter den Stichworten Glauben – Wissen – Forschen näher beleuchten und im Dreischritt über den oben skizzierten leichtfertigen Gegensatz von Glauben und Wissen hinausführen wollen.

24. Oktober 2013
Prof. Dr. Martin Treml, ZfL Berlin
Wissen, Glauben, Forschen in den europäischen Religionskulturen

21. November 2013
Streitgespräch „Glauben – Wissen – Forschen“
Es diskutieren Prof. Dr. Philipp Stoellger (Theologie, Universität Rostock) und Prof. Dr. Enno Hartmann (Biologie, Universität zu Lübeck), moderiert von Dr. Bernd Schwarze, Universitätskirche St. Petri, und Prof. Dr. Cornelius Borck, Universität zu Lübeck.

16. Januar 2014
Prof. Dr. Dr. Ina Wunn, Leibniz Universität Hannover
Weltdeutung, Welterklärung und die Rolle der Angst

30. Januar 2014
Prof. Dr. Isabelle Noth, Universität Bern
Spiritual Care – Eine Begegnung zwischen Theologie und Medizin



Studium generale im Sommersemester 2013

Klimawandel

Auf Grund von menschlichen Einflüssen verändert sich das Klimasystem der Erde. Seit Jahren ist das bekannt und bereitet vielen Sorgen. Die Frage stellt sich, wie die Gesellschaften reagieren können. Trotz einiger lokaler Erfolge haben wir das Problem weltweit nicht im Griff.
2013 wird der neue Bericht des Weltklimarats publiziert. Im ersten Vortrag erklärt der Klimaforscher Jochem Marotzke, deutsches Mitglied im Weltklimarat, was wir wissen und was wir nicht wissen. – In einem Podiumsgespräch geht es sodann um die Frage, welche Veränderungen nötig sind und wie die Gesellschaften bewegt werden können. Wer hat die richtige Medizin? Und welche Rolle hat die Medizin?
Aus einer kritisch-theologischen Perspektive analysiert Bärbel von Wartenberg-Potter den Klimawandel als Frage der globalen Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit. – Der Philosoph Konrad Ott diskutiert den Klimawandel als Herausforderung für die Ethik und fragt, ob und wie die Gesellschaften von den Wachstumszwängen befreit werden können, die sich schädlich auswirken.
Die Veranstaltung ist koordiniert mit der Ausstellung „Kalte Zeiten – Warme Zeiten. Klimawandel(n) in Norddeutschland“ im Museum für Natur und Umwelt Lübeck.

Donnerstag, 2. Mai 2013
"Globaler Klimawandel im 21. Jahrhundert: Erwartungen und Ungewissheiten"
Prof. Dr. Jochem Marotzke
Direktor am Max-Planck-Institut für Meteorologie, Hamburg
Mitglied des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC)

Donnerstag, 30. Mai 2013
Podiumsgespräch: "Vom Wissen zum Handeln" - Wer hat die richtige Medizin? Und welches ist die Rolle der Medizin?
Es diskutieren:
Dipl.-Ing. Andreas Beldowski, Koordinator ATTAC Lübeck
Andreas Fey, Klimaschutzleitstelle der Hansestadt Lübeck
Dr. Susanne Füting, Lieterin Museum für Natur und Umwelt, Lübeck
Prof. Dr. med. Werner Solbach, Institut für medizinische Mikrobiologie und Hygiene
Moderation: Prof. Dr. Christoph Rehmann-Sutter

Donnerstag, 20. Juni 2013
"Theologie und Klimagerechtigkeit"
Bärbel von Wartenberg-Potter
Bischöfin i.R. der Nordelbischen Lutherischen Kirche

Donnerstag, 4. Juli 2013
"Die zehn Domänen der Klimaethik"
Prof. Dr. Konrad Ott
Professor für Philosophie und Ethik der Umwelt an der Christian-Albrechts-Universität Kiel



Studium generale im Wintersemester 2012/13

Kultur-Austausch / Streit-Kultur

Kultur – das ist das Eigene, das Besondere, worin sich Gruppen und Gesellschaften zu erkennen geben, Identitäten ausbilden, sich unterscheiden und worum sie streiten.Der Blick in die Geschichte zeigt dabei, dass Gesellschaften insbesondere in sogenannten kulturellen Blütezeiten mit ihrer Umwelt in starkem Austausch stehen, denn das Eigene steht offenbar selten für sich und gewinnt oft erst aus der Differenz seine Konturen.Das gilt für kaum eine Stadt so wie für Lübeck, deren Größe insbesondere im Handel und Austausch lag. Was Kultur war, formte und veränderte sich im Austausch mit Fremdem. Im 19. Jahrhundert entstand dann die politische Idee einer  Kulturnation, die den Mangel staatlicher Einheit  kompensieren musste, wobei aber die Integration von Fremden, zumal der Menschen fremder Religion problematisch blieb. Nach der Wiedervereinigung sollte eine „deutsche Leitkultur“ inmitten postmoderner Beliebigkeit Orientierung stiften und  zum Maßstab der Zuwanderungspolitik taugen. Heute hingegen feiert Europa seine „kulturelle Vielfalt“ und droht aktuell genau daran zu zerbrechen, während hierzulande angesichts allgegenwärtigen Sparzwangs Kultur gleich generell zum überflüssigen Luxus deklariert wird. Ausgerechnet das universale Tauschmedium Geld scheint Kultur zu bedrohen. – Was bleibt? Über Kultur lässt sich eben trefflich streiten!

Deshalb widmet sich das Studium generale im Wintersemester 2012/13 dem Thema Kultur mit einem neuen Doppel-Format: Die gut etablierte Vorlesungsreihe im Audimax zum Thema „Kultur-Austausch" wird ergänzt um zwei Diskussionsabende im ZKFL zum Thema „Streit-Kultur".

Vorlesungen im Audimax:

Kultur-Austausch

11. Oktober 2012 "Kultur- und Kunst-Austausch im mittelalterlichen Ostseeraum"
Prof. Dr. Jan von Bonsdorff (Uppsala Universitet)

6. Dezember 2012 "Der Glaube an das Wohnen: Jüdisches Leben im städtischen Kontext"
Prof. Dr. Joachim Schlör (University of Southampton)

31. Januar 2013 "Der Preis des Geldes. Eine Kulturgeschichte"
Prof. Dr. Christina von Braun (Humboldt-Universität, Berlin)

Diskussionsabende im ZKFL:

Streit-Kultur

8. November 2012 "Die Zukunft der Kultur"
Prof. Dr. Stephan Opitz (CAU) im Gespräch mit Prof. Dr. Hans Wißkirchen (Kulturstiftung Lübecker Museen)

7. Februar 2013 "Patientenzentrierte Medizin?"
Prof. Dr. Peter Heusser (Universität Witten/Herdecke) im Gespräch mit Prof. Dr. Dr. Heiner Raspe (Universität zu Lübeck)



 

Studium generale im Sommersemester 2012

Wissens-wert

19.4.2012 Philosophie: "Aufklärung und Wissenschaft: Das Ende einer glücklichen Beziehung?"
Prof. Dr. Alfred Nordmann (Darmstadt)

10.5.2012 Geschichte: "'Nicht Felder und Bäume ...'. Zur Bedeutung der Stadt als Ort der Wissenschaft"
Prof. Dr. Martina Heßler (Hamburg)

31.5.2012 Theologie: "Gott in der Forschung: Reformationen des Wissens"
Dr. Stephan Schaede (Loccum)

28.6.2012 Soziologie: "Brain-Food und Neurobics: Verhilft Neuroforschung zum erfolgreichen Ich?"
Prof. Dr. Sabine Maasen (Basel)



Studium generale im Wintersemester 2011/2012

Dem Fortschritt verfallen?

17.11.2011 "Medizin, Krieg und die Ethik des Experiments, 1900-1970"
Prof. Dr. Wolfgang Eckart (Heidelberg)

15.12.2011 "Ethik der Knochenmarkspende und die Verfügbarkeit der Körper"
Prof. Dr. Christina Schües (Lüneburg / Lübeck)

12.1.2012 "Viel zu früh geboren - Erwartungen und Wirklichkeit"
Prof. Dr. Christian Poets (Tübingen)

9.2.2012 "Heilige Neinsager: Zur Propagierung des freiwilligen Todes in der Moderne"
Prof. Dr. Thomas Macho (Berlin)



Studium generale im Sommersemester 2011

Kulturwissenschaften für Lübeck

5.5.2011 "Arche, Fisch und Floating Hell: Schiffstopik zwischen Metapher und Metamorphose"
Prof. Dr. Bernhard Siegert (Weimar)

9.6.2011 "Das Buch und die Zukunft der Geisteswissenschaften"
Prof. Dr. Michael Hagner (Zürich)

23.6.2011 "Wahrheitsfindung. Zum Rechtsdiskurs in spätmittelalterlichen Rathausgemälden"
Prof. Dr. Claudia Blümle (Münster)

7.7.2011 Lesung und Diskussion zum Buch "Leibhaftig"
von Christa Wolf

Die Leitung des Studium generale unterliegt Prof. Dr. Cornelius Borck.